Station 02 Gennerich

 

Als vor gut 1200 Jahren der Hl. Liudger im Münsterland missionierte, fand er bereits bäuerliche Gruppensiedlungen am Fuß der nördlichen Baumberghänge vor, die heute als Bauerschaften bezeichnet werden: nämlich Tilbeck, Natrup, Masbeck, Lasbeck, Poppenbeck und Gennerich. Nördlich und nordöstlich davon beherrschten Streusiedlungen, Bauerschaften mit Einzelhöfen, das Gebiet, nämlich: Hangsbeck, Walingen, Herkentrup, Schonebeck und Brock.
Der Hof Havixbeck wurde erst zu dieser Zeit als Verwaltungshof ausgebaut, auf seinem Grund und Boden wurde dann im 9. Jahrhundert die Kirche errichtet, um die sich der Ort Havixbeck bildete. Hof, Kirche und der entstehende Ort gehörten zu derzeit noch zur Bauerschaft Gennerich. Erst später wurde der neue Ort nach dem Hof an der Habichtsbach-Quelle benannt.
Die Bauerschaft Gennerich kann man deshalb mit Recht auch als Dorfbauerschaft ansehen; denn nicht nur der alte Ortskern liegt im Gebiet Gennerichs, sondern sogar die meisten neuen, nach dem Krieg, also seit 1948 ausgewiesenen Baugebiete werden von ihr umschlossen: Laukamp (Kolping-/Gartenstraße), Alter Sportplatz, Sentrupskamp, Schmitz Kamp, Blick, Wenge, Feuerwache/Schulten Kamp, Rabertsweg und Heilkamps Kamp, Flothfeld, Pferdekampsheide, Kibitzheide, Hangwerfeld, Südost, Beekenkamp.
Das erste schriftliche Zeugnis über Gennerich finden wir im ältesten Urbar/Einkünfteregister des Klosters Werden aus der Zeit um 890. Das Kloster,
das um 800 nach Chr. durch den Hl. Liudger bei Essen gegründet wurde, übte zu dieser Zeit die Grundherrschaft über einen Hof oder eine Hofgruppe namens Geldrike aus. Bei der Ortsbezeichnung nimmt man heute an, handelt es sich um einen Schreibfehler, denn danach findet man immer nur noch Schreibweisen wie Ginderich, Genderke, Genderich und schließlich Gennerich.
Fragt man nach der Wortbedeutung, so wird in der neuen Namensforschung das Grundwort “rike“ mit „Einfriedung“ wiedergegeben. Mit dem Bestimmungswort „Gind/Ghend“ wird entweder die Lage der Siedlung erfasst, nämlich eine „Erhöhung im Gelände“, oder ein Gewässer namens „Ganda“, der ‚Schwellfluss‘. Hierbei könnte man an den Siebenbach denken. Die Ortsnamenforschung will sich dabei nicht eindeutig festlegen. Beides wird für möglich gehalten: sowohl „erhöht liegende eingefriedete Siedlung“ als auch „eingefriedete Siedlung an der Ganda“.
Nachdem die Franken die hiesigen Sachsen besiegt und ihr König das Land in Besitz genommen hatten, gab er es Adelsfamilien zu Lehen. Diese wurden Grundherren über die Siedlungen bzw. ihre Höfe oder Hofgruppen. Sie gaben ihrerseits die Grundherrschaften weiter an den nächst niederen Adel oder stifteten davon Grund und Boden für Kirchen- oder Klostergründungen, um diesen ein Einkommen zu sichern. So erhielten auch die Höfe in der „Riege“ Gennerichs ihren Grundherrn, z.B. den Bischof oder das Domkapitel bzw. die Domherren von Münster oder das Stift Metelen oder das Stift Borghorst. Bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts hatte sich die Schicht der Altbauernhöfe gebildet, die nach ihrer Größe als Voll- bzw. Halberbe oder als Pferdekötter bezeichnet wurde. In Gennerich hatten sich 5 Vollerben und 2 Halberben bzw. Pferdekötter entwickelt:
Heilmann/Eickhoff (Gennerich 2, Vollerbe: 1336 domus Godefridi, Anf. 15. Jh. tor Helden); Höter/Averbrock (Gennerich 3, Vollerbe: 1336 Hotinc to Ghenderike); Heiter (Gennerich 4, Vollerbe: 1336 mansus dapiferi, 1366 Hadekinch); Steinhaus/von Hövel (Gennerich 8, Vollerbe: 1336 domus Stenhus,), Rabert/Baumberger-Sandstein-Museum (Gennerich 9, Halberbe/Pferdekötter: Rambordinc, im 15. Jh. Rabedinch). Zwei weitere Höfe der Bauerschaft Gennerich lagen außerhalb der Siedlungsgruppe bzw. Gehöftereihe: Schleithoff-Reiwick (Gennerich 16, heute Reiwickstige 19, Redewick 1468) und Schulze Havixbeck (Vollerbe; als Curtis to Havekesbeke, 1336, der Haupthof Gennerichs), der schließlich zum Namensgeber des gesamten Kirchspiels wurde.
Ein Wort noch zum Schluss: Oft hört man, dass der Ortsbezeichnung Gennerich ein Artikel/Genus zugeordnet wird, z. B. der Gennerich, im Gennerich. Das ist jedoch falsch, da bei Ortsnamen normalerweise kein Genus verwendet wird. Wenn ein Artikel notwendig wird, ist das Genus bei Ortsnamen Neutrum. Der Artikel wird nur in speziellen Fällen verwendet, z.B. wenn dem Ortsnamen ein Adjektiv beigestellt wird: Das alte Gennerich umschließt den Ortskern und die meisten Baugebiete Havixbecks; deshalb kann Gennerich als Dorfbauerschaft der Gemeinde Havixbeck angesehen werden.

2. Frage:
Jetzt geht es in Richtung Billerbeck.
An welcher Stelle verstarb – den Erzählungen nach – 1487 Ritter Swer von Bevern? (Wohnsitz war Haus Havixbeck)
Es ist ein Baudenkmal als Kreuz ohne Corpus. In unmittelbarer Nachbarschaft wird das Material des Baudenkmals noch heute verarbeitet.
_ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _
_ _ _ _ _
Bitte achtet beim Überqueren der Straßen auf den Verkehr! Bitte benutzt zum Überqueren am Besten nach der Bushaltstelle die Kreuzung / Straße nach rechts zum Haus-Nr. 21!

Dort versteckt findet ihr den Hinweis auf die nächste Station!

Wenn dieses Rätsel zu schwer ist, dann sieh auf dieser Seite ganz unten nach!
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
.
Koordinaten:
51.977964566627435, 7.390146330861407

Hinweis zur Nutzung der Koordinaten:
1. alles von den Koordinaten Kopieren
dann
2. bei Google Maps einfügen, dann über Lupe suchen. Die nächste Station wird angezeigt. Man könnte sich jetzt über Route Starten zur nächsten Station von GoogleMaps führen lassen.

PDF-Datei:

 

siehe ggfs. PDF-Datei:
Station-02-Beschreibung-und-Raetsel.pdf