Station 01 PESTKAPELLE Marienkapelle auf dem Kirchplatz

 
 

„Gnadenkapelle zu Havixbeck“ wird die Marienkapelle auf dem Kirchplatz noch viel um 1900 genannt. Zu dieser Zeit sind die Wände der Kapelle noch mit vielen Dankesgaben versehen.
Großbrände in den Jahren 1559 und 1591, Belagerungen und Plünderungen in der Zeit von 1568-1648 (spanisch-niederländischer Krieg, Dreißigjähriger Krieg) sollen dem Vesperbild wohl zugesetzt haben. Jedenfalls erstellte 1654 ein uns unbekannter Steinbildhauer von der spätgotischen Pieta aus dem 15. Jahrhundert eine Kopie. „Die Verschmelzung verschiedener Stilelemente lässt sich vielleicht so erklären: Die Havixbecker Schmerzhafte Mutter ist ein Gnadenbild. Da das Volk sein Gnadenbild gern wieder in der alten Gestalt sehen wollte, nahm der beauftragte Künstler das alte beschädigte Bild zum Vorbild.
Im Laufe der letzten 350 Jahre hat die Kapelle einige Veränderungen über sich ergehen lassen müssen. Errichtet wurde sie als „kleiner rechteckiger Fachwerkbau mit über Knaggen auskragendem Walmdach.“ (Denkmalliste der Gemeinde Havixbeck, Nr. 18) Um 1900 ist das Fachwerk bereits mit einem Putz versehen und der Eingang besteht aus einer schlichten rechteckigen Doppeltür mit Rautenfenstern. 50 Jahre später sind Wände und Dach mit dichtem Efeu überwuchert und die Türen in den Farben des Hauses Havixbeck mit schwarzen Rahmen und jeweils 4x6 quadratischen weißen Kassetten erneuert.
Ende der 1980er Jahre ließ die Familie von Twickel die Kapelle umfangreich sanieren. Zum Abschluss dieser Renovierung wurde die schwarz-weiße Tür durch die neue rundbogige Doppeltür mit Rautenverglasung ersetzt.
Die Gründe zur Errichtung der Kapelle wie auch zur Aufstellung ihrer Skulpturen sind nicht überliefert.
Die Marienkapelle auf dem Kirchplatz wird im Volksmund häufig auch als Pestkapelle bezeichnet, obwohl kein Errichtungsgrund in direktem Zusammenhang mit der Pest überliefert ist. Einige Indizien sprechen jedoch dafür: Die Altarinschrift beinhaltet Zeilen eines alten Pestliedes, das bereits im 14. Jahrhundert bei Prozessionen gesungen wurde:
O gloriosa stella maris, a peste nobis audi nos, nam te filius: nihil negans, te honorat. Salva nos, Jesu, pro quibus virgo mater te orat.
Die beiden Holzskulpturen, die einst neben der Pieta auf dem Altartisch standen, verkörpern den hl. Rochus und den hl. Sebastian, die auch schon immer als Schutzpatrone gegen die Pest gelten. Außerdem verlor Johann Beveren von Twickel, der als erster Droste des Doppelamtes Rheine-Bevergern seinen Amtssitz in Rheine hatte, zwei seiner Töchter bereits als Kleinkinder 1644 und 1647 an der zu derzeit in Rheine herrschenden Pest.

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts wurde diese Kapelle von der Familie Meyer, die direkt nebenan wohnte, betreut. Über 100 Jahre lang hat sie sich um Blumen- und Kerzenschmuck gekümmert und dafür gesorgt, dass dieser Ort der Stille stets mit offenen Türen zu Besinnung und Gebet einladen konnte. Da es immer häufiger zu wenig ehrfurchtsvollem Verhalten in der Kapelle kam, musste sie in den letzten Jahren verschlossen bleiben - für alle, leider auch für den, der bei der Schmerzhaften Mutter Schutz und Hilfe sucht oder auch nur in Stille bei ihr verweilen will.

Text: von der Homepage der Kirchengemeinde St. Dionysius und St. Georg (Friedhelm Brockhausen, 01.08.2017)

1. Frage:
Der Baumberger Sandstein hat Havixbeck weit über die Grenzen hinaus bekannt gemacht. In welchem Gebäude werden die mehr als 1000-jährigen Geschichten des Sandsteins mit den Geräten und Werkzeugen und historischen Steinskulpturen ausgestellt?

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Koordinaten:
51.97935211019024, 7.407182461504678

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